Organisation
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Findet den richtigen Zeitpunkt.
Viele Kinder brauchen direkt nach der Schule erstmal eine Pause. Eine Zeit, in der sie nichts tun MÜSSEN. Eine Zeit, über die sie selbst frei bestimmen können. Tun und lassen, was sie möchten. ... (weiterlesen)
Denn auch wenn in der Schule (zumindest in der 1. Klasse noch) Vieles spielerisch gelernt wird, kann dein Kind sehr wenig frei entscheiden. Es muss sich fast die ganze Zeit anpassen. Tun, was ein Anderer sagt. Machen, was im Heft gefordert wird. Stillsitzen und sich konzentrieren, wenn die Lehrkraft es anordnet. Sich nur dann lebhafter bewegen und mit Freunden seine Gedanken teilen, wenn mal kurz Pause ist. Dazu braucht dein Kind ganz schön viel Willenskraft. Die Schule kostet dein Kind oft viel Kooperationsenergie, viel Selbstregulationskraft. Und nach dem Unterricht ist der Akku dann bei vielen Kindern erstmal leer. Und will aufgeladen werden. Erst dann will - und KANN (!) - sich dein Kind (schon) wieder mit Themen beschäftigen, die es vorgegeben bekommt. Wirklich: KANN! Den Willen kannst du dir wie einen Muskel vorstellen. Bei andauernder Beanspruchung erschöpft er. Dann ist erstmal Erholung angesagt. Vielleicht kennst du das von dir selbst. Nach einem stressigen Tag im Büro, bei dem du dich durch die lästige Dokumentationsaufgaben gezwungen hast, kannst du abends dem leckeren Schokoriegel nicht mehr widerstehen. Wenn du grade auf LowCarb-Diät bist (obwohl du sooo Appetit auf Nudeln hast) hast du weniger Geduld mit deinen Kindern. Und nach der lästigen Steuererklärung noch ein paar Sit-ups machen? Nein danke.
Darum: Lass dein Kind entscheiden, ob es sich nach der Schule erstmal eine Pause gönnen möchte. Und was es in dieser Zeit tun mag. Keine Vorschriften, Belehrungen, Anpassungen. Einfach nur: Pause und Freiheit. So lädt sich der Akku recht flott wieder soweit auf, dass dein Kind wieder neuen Schwung für die Hausaufgaben hat.
Dein Kind möchte keine Pause machen? Auch gut. Solange die Stimmung und die Konzentration bei den Hausis passen - warum nicht? Probiert es aus!
Manche Kinder sind nach der Schule etwas aufgedreht. Und müssen irgendwie runter kommen. Vielleicht tut da eine kleine Massage gut. Oder ein Gespräch, bei dem du wirklich nur Zeit für dein Kind hast (und nicht nebenher im Kochtopf rührst ;-) ). Manche Kinder malen gerne, hören Musik oder Hörspiele, blättern in Büchern oder bewegen sich an der frischen Luft. Schaffe wo möglich die Zeit dafür. Unser Mittlerer hatte Phasen, da hat er nach der Schule gerne lang gebadet. Oder hat eine halbe Stunde lang recht einfache Handlungen wie Kaffee mahlen oder Stifte spitzen ausgeführt. Was auch immer es ist - viele Kinder haben selbst ein gutes Gespür dafür, was ihnen gut tut. Folge da den Ideen deines Kindes.
Manche Kinder ziehen es vor, nicht mittags, sondern eher abends die Hausaufgaben zu machen. Auch hier gilt: Solange die Stimmung und die Konzentration bei den Hausis passen - warum nicht? Probiert es aus! Oder sie teilen sich die Aufgaben gerne auf. Eine Sache vor dem Mittagessen, eine danach und den Rest abends. Geht auch.
Je nachdem, welcher Zeitpunkt für dein Kind der richtige ist - schau, dass du die Tagesgestaltung entsprechend soweit möglich anpasst. Klar, 100%ig flexibel seid ihr nicht, alles hat seinen Preis. Dein Kind kann sich nicht mit jedem Freund schon um 14:00 Uhr verabreden und der Reitunterricht geht dienstags nun mal bis 18:30 Uhr. Schau, wo du dennoch Handlungsspielraum hast, wo ihr frei seid, Dinge anders zu machen. Vielleicht gibt es etwas später Mittagessen. Oder ab jetzt abends warm, nicht mehr mittags, sodass der Essenszeitpunkt mittags flexibler ist. Wenn dein Kind abends noch einen Teil der Hausaufgaben machen möchte, hol es schon rechtzeitig wieder von seinen Freunden ab. Nutzt nicht mehr den 15:00 Uhr Balletttermin (wird immer so hektisch), sondern eine spätere Möglichkeit.
Gehe übrigens davon aus, dass sich die Pläne und Zeiten auch wieder ändern können. Wenn du verstärkt Reibereien rund ums Thema Hausaufgaben bemerkst, kann das eine Warnleuchte für nötige Anpassung der Lernzeit sein. Beobachte genau und sprich mit deinem Kind über deine Vermutung. Und passt den Plan wo möglich an.
Wo immer es ums freie Lernen geht, sollte die Wahl des richtigen Zeitpunktes vor allem eines sein - frei. Deponiere an strategisch günstigen Orten Lernmaterial, dass sich den Kind bei Lust und Laune greifen kann. Bspw. in der Handtasche, wenn eine Wartezeit beim Arzt bevorsteht, im Auto, neben dem Sofa, auf dem Fensterbrett neben dem Esstisch, ein paar Bücher neben dem Bett. Wenn du etwas Neues besorgt hast, lege es für dein Kind gut sichtbar in die Wohnung. Und warte darauf, dass es sich irgendwann neugierig damit beschäftigt. Mache Angebote, überrasche dein Kind, teile deine Ideen. Und dann lass dein Kind entscheiden, was es damit macht.
Findet den richtigen Arbeitsplatz
Viele Kinder bekommen zur Einschulung einen eigenen Schreibtisch ins Kinderzimmer gestellt und sind mächtig stolz darauf. Bei manchen ist eben dieser auch der ideale Ort zum Lernen. Andere wiederum lassen sich im Kinderzimmer zu schnell von ihren Spielsachen "rufen". ... (weitelesen)
Dann überlege Folgendes: Könnte dein Kind an einen anderen Tisch umziehen? An den Esstisch bspw. oder einen Tisch in deinem Büro daheim? Oder kann sein Schreibtisch an einen anderen Ort wandern? Ins Elternschlafzimmer, in den Flur oder ins Wohnzimmer?
Es soll der Schreibtisch bleiben? Dann stelle den Schreibtisch so, dass dein Kind eine langweilige Aussicht hat. Also eher nicht direkt vors Fenster oder neben den Playmobiltisch. Vielleicht vor die nackte Wand? Achte dennoch auf gute Lichtverhältnisse, ggf. mit Hilfe einer Schreibtischlampe.
Vielleicht hilft es deinem Kind, sich aufs Lernen zu konzentrieren, wenn es andere Dinge gar nicht mehr sieht. Dann schaffe ihm doch eine Art Höhle. Vielleicht mit einer Art Abtrennung per Vorhang oder per Betthimmel?.
Dein Kind ist bei den Hausaufgaben nicht gerne alleine? Dann gibt es vielleicht folgende Möglichkeiten:
Dein Kind könnte mit Geschwisterkindern an einem Tisch arbeiten. Für einen reibungslosen Ablauf ohne gegenseitige Ablenkung kann ein Schreibtischteiler sorgen. Vereinbart außerdem Handzeichen oder Flüstertöne, wenn es um Fragen geht.
Lass dein Kind in deiner Nähe arbeiten. An einem Klapptisch in der Küche, während du kochst. Am Esstisch, während du am Laptop deinen Aufgaben nachgehst, den Einkaufzettel schreibst oder Zeitung liest. An einem zweiten Tisch im Heimbüro, während du arbeitest. Im Wohnzimmer, während du den Haushalt machst. In seinem Zimmer, während du dort bügelst. Wichtig dabei: Wenn du dich in der Nähe deines Kindes befindest, erledige idealerweise auch eine eher ruhige Aufgabe, bei der du kaum laute Geräusche machst und dich wenig bewegst. Mails beantworten, Wäsche aufhängen oder zusammenlegen, bügeln, Gemüse für´s Abendessen schnipseln,... Telefonate, Smartphonenutzung, Radio oder Fernsehen bspw. könnten dein Kind ablenken.
Und zu guter Letzt: Sei flexibel und offen für scheinbar ungewöhnliche Lernplätze. Vielleicht hat dein Kind in einer schönen Sommerwoche Lust, seine Hausaufgaben im Baumhaus oder auf der Terrasse zu erledigen. Oder es möchte die täglichen 10 Minuten lesen auf die Autofahrt zum Schulbus legen. Vielleicht kann es auch gut im Stehen am Bügelbrett oder der Küchenarbeitsplatte oder im Liegen auf dem Teppich arbeiten- warum nicht? Solange die Schrift lesbar bleibt... ;-)
Und denke daran: Vorlieben können sich ändern. Es ist also gut, wenn ihr an alten Routinen nicht krampfhaft festhaltet, sondern bereit seid, Neues auszutesten.
Sorgt für Ordnung am Lernplatz.
Wenn unser Mittlerer malt, bastelt oder lernt, sieht der Arbeitsplatz schnell aus, als hätte die sprichwörtliche Bombe eingeschlagen. Mich Ordnungsfan macht das ganz hibbelig. Und auch er verliert manchmal den Überblick und lässt sich leichter ablenken. Kennst du das auch von deinem Kind? ... (weiterlesen)
Je mehr Dinge auf dem Schreibtisch herumliegen, desto größer ist die Ablenkungsgefahr. Unser Großer tendiert dann bspw. dazu, im Deutschheft zu blättern, obwohl er grade eigentlich Mathe macht. Unser Mittlerer fängt an, seine Buntstifte zu spitzen, die er fürs Auswendiglernen des Gedichtes gar nicht braucht.
Es kann sein, dass diese Verhaltensweisen eine Art Warnleuchte sind. Vielleicht ist ein Kind überfordert, unmotiviert oder hat einfach keine Konzentration mehr. Und wenn es nicht zum Deutschheft oder Spitzer gegriffen hätte, hätte es sich auf andere Art eine Pause geschaffen.
Vielleicht kennst du das ja auch von dir. Eigentlich solltest du die Fenster putzen. Aber du hast sowas von keinen Bock drauf. Die werden ja eh nur wieder streifig (wie schafft das die Nachbarin nur immer so streifenfrei??) und pfff... einfach nicht deine Lieblingsbeschäftigung. Da findest du plötzlich 100 andere Dinge, die auch jetzt erledigt werden könnten. Nein, sollten! Die Küchenschränke hast du auch schon lange nicht mehr abgewischt. Und die Rechnungen wolltest du schon letzte Woche abheften. Und...! ;-)
Es kann aber auch sein, dass dein Kind bei mehr Ordnung einfach noch eine Zeitlang gut hätte weiterarbeiten können. Bringe deinem Kind also bei, bei festen Lernaufgaben auf Ordnung und Übersichtlichkeit am Arbeitsplatz zu achten.
Vielen Kindern hilft es, wenn beim Lernen wirklich nur die Dinge auf dem Tisch liegen, die sie für die aktuelle Aufgabe benötigen. So behält es gut den Überblick. Das könnten bspw. sein: das Hausaufgabenheft, ein Bleistift und ein Radiergummi, das Mathebuch, das Matheheft und ein Glas Wasser. Und für Deutsch - neben dem Glas Wasser und dem Hausaufgabenheft - das Rechtschreibheft und der Füller. Oder für Sachkunde das Arbeitsblatt zu den Frühblühern und das Mäppchen. Nach Abschluss einer Aufgabe kann dein Kind all das, was es nun nicht mehr benötigt, wegräumen. In den Schulranzen, den Rollcontainer oder eine Ablage.
Es gibt eine Reihe von Schreibtischutensilien und Organizer, die deinem Kind helfen können, Ordnung zu halten. Hier eine Auswahl:
Hausaufgabenheft mit Häkchenfeld und ohne weitere ablenkenden Texte, bspw. dieses oder das hier
Leseständer aus Holz oder Plastik/Metall (so kann dein Kind besser im Aufgabenbuch lesen und das neugierige Hin- und Herblättern ist nicht mehr so leicht möglich)
Ablagen, bspw. diese offenen Briefkörbe oder eine Schubladenbox aus Holz oder Plastik (beschriften: bspw. "erledigt" und "noch zu tun"), IKEA bietet sogar unschlagbar günstige Ablagen aus Pappe an: FNEDRA
Rollcontainer (wir haben diesen hier - mittelgut, aber preislich nett, vielleicht wirst du auch bei IKEA fündig)
Pinnwand aus Filz oder Kork oder Magnetwand (für gerade hilfreiche Merksätze, den Hausaufgabenzettel o.Ä.)
Sorge für Ruhe beim Lernen.
Lässt sich dein Kind leicht ablenken? Dann hilf ihm, indem ihr für eine ruhige Umgebung oder sogar Stille beim Lernen sorgt. Probiere dabei eine oder mehrere folgende Ideen aus: ... (weiterlesen)
Stelle das Handy/Telefon lautlos.
Stelle den Fernseher oder die Musik aus. Aber andere Familienmitglieder wollen gerade zocken, fernsehen oder Hörspiele hören? Gib ihnen Kopfhörer für ihre Vorhaben.
Schicke Geschwisterkinder in andere Zimmer oder vereinbart stille Beschäftigungen wie Bücher angucken oder malen.
Vielleicht lernt dein Kind auch am besten, wenn es alleine in einem Zimmer mit geschlossener Tür ist.
Schließe die Fenster, um interessante Geräusche draußen zu halten.
Wenn du dich in der Nähe deines Kindes befindest, erledige idealerweise auch eine eher ruhige Aufgabe, bei der du kaum laute Geräusche machst und dich wenig bewegst. Mails beantworten, Wäsche aufhängen oder zusammenlegen, bügeln, Gemüse für´s Abendessen schnipseln,... Telefonate o.Ä. könnten dein Kind ablenken.
Besorge deinem Kind einen Gehörschutz oder setze ihm Kopfhörer (ohne Musik) auf.
Manchen Kindern hilft es allerdings auch, ruhige Musik (bspw. ohne Text) zu hören. Schau bspw. mal hier: Entspannungsmusik zum Lernen, Entspannungsmusik für Kinder, Musik zum Lernen und Lesen oder Lernmusik. So hört dein Kind nur noch die Musik. Andere Geräusche, die es ablenken könnten, bleiben unbemerkt: Die Türklingel (Wer da wohl ist?), die Frage der Schwester (Da weiß ich die Antwort!) und das Klappern der Legosteine im Nachbarkinderzimmer (Nimmt der Bruder etwa wieder ungefragt meine Star Wars-Männchen?!).
Dein Kind arbeitet gerne in einer Art Höhle? Vielleicht hilft eine Art Abtrennung per Vorhang oder per Betthimmel?. Auch das kann helfen ein paar Geräusche auszublenden.
Hinweis: Die Neigung, sich ablenken zu lassen ist deutlich geringer, wenn sich dein Kind mit etwas beschäftigt, das ihm Spaß macht. Kennst du das? Es kann stundenlang konzentriert Lego spielen oder dem neuen Hörspiel lauschen. Versuche daher, auch Lernsituationen so angenehm wie möglich zu gestalten! Viele Tipps findest du unter "Motivation".
Sorge für ausreichend Pausen.
Wenn es nicht grade um Themen geht, die dein Kind begeistern, wirst du merken, dass die Konzentrationsfähigkeit deines Kindes nach einer Weile abnimmt. Es schleichen sich Fehler ein, die Stimmung wird schlechter, dein Kind zappelt mehr oder die Körperhaltung ändert sich. ... (weiterlesen)
Das alles sind "Warnleuchten". Nichts Schlimmes, sondern ein wichtiges Signal - ähnlich deiner Tankanzeige am Auto. Beobachte dein Kind. Vielleicht fallen dir weitere "Warnleuchten" auf? Ein unruhigeres Schriftbild, pampige Antworten, häufigere Fragen, der Blick, der immer öfter aus dem Fenster wandert?
Jetzt spätestens ist der richtige Zeitpunkt gekommen, eine Pause einzulegen. Noch besser ist es, wenn dein Kind schon kurz vorher, bevor es sich erschöpft fühlt, eine Pause einlegt. So wird das "Boah, jetzt kann ich nicht mehr-Gefühl" erst gar nicht mit dem Thema Lernen verknüpft. Nimm dir doch mal mit deinem Kind ein paar Beobachtungstage vor. Stoppt die Zeit und schreibt euch auf, wann dein Kind merkt, dass die Konzentration nachlässt. So bekommt ihr ein gutes Gefühl für den richtigen Pausen-Zeitpunkt (- wie gesagt: idealerweise schon vor dem beginnenden Tief!).
Bei Grundschülern geht man allgemein von guten Lerneinheiten von 15-20 Minuten aus. Danach ist es gut, den Kopf kurz "durchzulüften". Also: Besser als weiteren Input (bspw. in Form von Computerspielen o.Ä.) ist Bewegung, Lachen oder frische Luft. Tobt kurz durchs Schlafzimmer, macht zusammen ein paar Sportübungen oder lauft eine kleine Runde um den Block. Lass dein Kind ganz in Ruhe ein Glas Wasser trinken und ein paar Nüsse knabbern. Oder lass dein Kind zum Lieblingslied tanzen, im Sandkasten der kleinen Schwester eine kleine Sandburg bauen oder ein paar Tricks mit dem Skateboard vorführen. Achte dabei darauf, dass dein Kind auch gut wieder mit der Pausen-Tätigkeit aufhören kann. Ein Hörspiel oder ein größeres Lego-Modell anzufangen, könnte nach hinten losgehen, da dein Kind vielleicht unbedingt weitermachen möchte. Falls das dennoch der Pausenfüller seiner Wahl ist, hilft vielleicht eine klare Abmachung: Es werden nur 2 Kapitel gehört. Oder: Wenn nach 10 Minuten Lego bauen der Wecker piepst, ist Schluss.
Toll ist es natürlich, wenn dein Kind irgendwann von alleine merkt, wann es sich erholt genug fühlt, um weiterarbeiten zu können. Und das dann auch tut. Bis es soweit ist, helfen eine Vereinbarung (bspw. 10 Minuten) und ein Wecker, der ans Weitermachen erinnert.
Diese kleinen Pausen haben nicht nur den Vorteil, dass dein Kind hinterher wieder mehr Kraft auch für unliebsame Aufgaben hat, sich besser konzentrieren kann und weniger Fehler macht. Das ggf. neu erworbene Wissen kann sich kurz setzen und gute Stimmung kann sogar innere Blockaden lösen. Also los - auf in die Pause!
Tipp: Wenn sich dein Kind gerade hochkonzentriert mit einem Lernthema beschäftigt, unterbrich es besser nicht. Auch, wenn schon 20 Minuten vorbei sind. Ist die Motivation gerade so hoch, dass es sich in der Aufgabe verliert, ist das prima! Es befindet sich "im Flow" und lernt grade besonders gut und intensiv.
Bleibt flexibel und probiert aus.
Kennst du das? Seit Wochen funktioniert das Arbeiten am Schreibtisch im Kinderzimmer eigentlich einwandfrei und plötzlich lässt sich dein Kind doch immer wieder von seinen Spielsachen ablenken? ... (weiterlesen)
Oder die bisher vereinbarte Lernzeit kollidiert neuerdings mit einem anderen Nachmittagsprogramm? Dein Kind hat seit Neuestem mittags eher ein Motivationstief und kann dafür nach dem Abendessen nochmal gut arbeiten? Oder hat dein Kind bisher immer mit Freude gebastelt und nun sind nur noch Hörbücher interessant?
Kinder ändern sich, unser Alltag ändert sich. Das, was ein Kind heute interessant und lustig findet, ist plötzlich uncool und öde. Der Tagesablauf, der im Sommer Leichtigkeit versprochen hat, führt nun im nasskalten Herbst zu aufreibenden Diskussionen. Und auch du änderst dich: Da wo du vor einigen Wochen noch mit Freude unterstützen konntest, bist du heute dünnhäutiger und ungeduldiger. All das ist normal!
Du wirst es merken, wenn es an der Zeit ist, etwas zu ändern. Vielleicht gibt es häufiger Diskussionen und Reibereien rund ums Thema Lernen. Vielleicht merkst du, dass du unruhiger bist, wenn die Hausaufgabenzeit bevorsteht. Möglicherweise lässt sich dein Kind schneller oder häufiger als sonst ablenken, wirkt öfter unkonzentriert. Es könnte sein, dass dein Kind seine vorher so geliebten Rätselhefte plötzlich links liegen lässt. Oder die vorher so coolen Comics, die es förmlich verschlungen hat, sind plötzlich "voll langweilig". Vielleicht schleichen sich beim Lernen häufiger Fehler ein oder dein Kind weiß auf einmal tagelang nichts mehr mit sich anzufangen.
Klar, dafür kann es ganz unterschiedliche Gründe geben. Aber wenn du das Gefühl hast, dass der alte Plan ganz einfach wohl nicht mehr zur aktuellen Situation passt, sei so flexibel und gibt ihn auf. Manchmal tendieren wir dazu, an gewohnten Routinen und Vermutungen festzuhalten. Das hat doch die letzten Wochen auch so geklappt. Warum nun auf einmal nicht mehr? Es ist nämlich manchmal ein bisschen lästig, sich - schon wieder - etwas Neues einfallen zu lassen, sich umzustellen. Aber es hilft ja nichts. Kennst du den Spruch: "When nothing goes - right go left!" Ich liebe ihn!
Also: Passe deine Angebote und dein Zeitmanagement wo möglich an! Nur wer mit Freude und ohne Stress lernt, merkt sich Neues wirklich gut! Schau mal rein in die Rubriken "Motivation" und "Konzentration und Aufmerksamkeit". Findest du hier eine Anregung, die du mit deinem Kind ausprobieren möchtest?
Schau dich auch gerne hier bei "kinderleicht lernen" auf den fachspezifischen Seiten um und entdecke viele abwechslungsreiche Ideen, Mathe, Deutsch oder Sachkundethemen zu lernen. Manche nehmen mehr Zeit in Anspruch oder fordern etwas Vorbereitung, andere kannst du sehr spontan umsetzten. Bei manchen Lernideen braucht dein Kind einen Lernpartner oder deine Unterstützung, andere kann es ganz selbständig machen. Sicherlich findest du einen Vorschlag, den du gut in deinen Zeitplan einbinden kannst. Und der zu den aktuellen Interessen deines Kindes passt.
Und auch, wenn es darum geht, erstmals eine schöne Möglichkeit zu finden, dein Kind bspw. fürs Lesen zu gewinnen, sei flexibel. Es macht nichts, wenn ihr erstmal ein paar Dinge ausprobiert und dein Kind danach sagt "Nee, das mag ich nicht so gerne." Es war einen Versuch wert! Schau, was du noch für Ideen hast - oder dein Kind. Oder - diese Seite. ;-)
Sei offen für scheinbar Ungewöhnliches.
Mein Mann hat früher eine Zeitlang einen Teil seiner Hausaufgaben immer morgens vor der Schule gemacht. Das wäre für mich nichts gewesen - der Zeitdruck hätte mich gestresst! Dafür habe ich mich immer direkt nach der Schule, noch vor dem Mittagessen, an die Arbeit gemacht. Frei nach dem Motto "Was weg ist, ist weg.". Das wiederum wäre für viele Andere nicht gut gewesen. ... (weiterlesen)
Und mein Sohn hat beim Homeschooling eine Zeitlang immer sein Ninjago-Hörspiel auf den Ohren gehabt. Ich hätte um viel gewettet, dass diese Idee nach hinten losgeht. War aber nicht so, im Gegenteil.
Kurzum: Egal, was du im Internet oder in Ratgeberbüchern so liest - sieh diese Tipps immer als Anregungen an. Und egal, was die Nachbarin, die Schwiegermutter oder der Grundschullehrer für richtig halten - schau, was für dein Kind am besten passt. Du kennst dein Kind am besten. (Was nicht heißt, dass ein Blick von außen auch gut tun kann! Insbesondere, wenn du das Gefühl hast, auf der Stelle zu treten. Aber es ist eben "nur" das - ein Blick von außen. Und nicht die ultimative Wahrheit.)
Dein Kind hat nicht mittags sondern abends nach dem Abendessen ein Motivationshoch fürs Thema Lernen - nutzt es! Dein Kind sollte idealerweise wie Freund Theo selbständig arbeiten, aber du merkst, dass es im Moment noch deine Begleitung braucht? Macht nix. Dein Kind lässt sich nicht für Bücher & Co. begeistern, liebt aber Apps, die es zum Lesen anregen? Na, besser als nichts, oder? Dein Kind arbeitet am besten auf dem Wohnzimmerteppich - viel entspannter als am höhenverstellbaren Schreitisch mit ergonomischem Schreibtischstuhl? Super, warum nicht?
Mach dich frei von den Tipps und Erwartungen anderer Leute. Keine Familie ist genauso wie deine, kein Kind gleicht dem anderen. Sei offen für scheinbar ungewöhnliche Ideen. Probiere mit deinem Kind Verschiedenes aus. Gebt euch Zeit, das Richtige zu finden. Passt eure Strategien immer wieder neu an.
Mach dich so weit wie möglich frei von Vergleichen. Was ist schon normal? Und - wie wichtig ist normal? Viel wichtiger ist es doch, dass Lernen in einer möglichst angenehmen Atmosphäre stattfindet. Sodass das Thema Lernen für dein Kind nicht mit Ablehnung und Stress verknüpft ist, seine Anstrengungen zum Erfolg führen und es insgesamt eine möglichst unbeschwerte Schulzeit verbringen kann.
Unterbrich dein Kind wenn möglich nicht.
Wenn sich dein Kind gerade hochkonzentriert mit einem Lernthema beschäftigt, unterbrich es besser nicht. Auch, wenn schon 20 Minuten vorbei sind und laut Lehrbuch eine Pause gut tun würde. ... (weiterlesen)
Ist die Motivation gerade so hoch, dass es sich in der Aufgabe verliert, ist das prima! Dein Kind befindet sich "im Flow" und lernt grade besonders gut und intensiv.
Flow-Erlebnisse kann dein Kind immer dann erleben, wenn sich dein Kind für eine Sache begeistern kann und die Herausforderung gerade richtig hoch ist. Bei Über- oder Unterforderung entstehen sie hingegen nicht.
Außerdem muss dein Kind die Zeit und Freiheit haben, in einer Aufgabe "versinken" zu können. Das kannst du folgendermaßen unterstützen.
Achte darauf, dass dein Kind in seiner Freizeit genügend unverplante Zeiten hat. Vielleicht gibt es mind. einen Nachmittag pro Woche, an den kein Playdate oder Hobby ansteht. Oder dein Kind hat nach dem Abendessen auf jeden Fall noch 1 Stunde freie Zeit, bevor es in Richtung Bett geht? Schau, was gut zu eurem Familienalltag passt und verschlanke ggf. eure Pläne.
Positioniere "Lernmaterial" so, dass dein Kind in freien Zeiten leicht drauf zurückgreifen kann. Habe bei Ausflügen einfach immer eine kleine Angebots-Tasche im Auto und lege kleinere Lernhäppchen geschickt an den Plätzen aus, an denen Langeweile oder Wartezeiten auftreten können. Stifte und Rätselhefte neben dem Esstisch, Bücher beim WC oder direkt neben dem Sofa. Dir fällt sicherlich noch mehr ein.
Wenn sich dein Kind gerade konzentriert mit etwas beschäftigt, unterbrich es wenn irgendwie möglich nicht. Denk über alternative Lösungen nach, prüfe Möglichkeiten, deinem Kind Raum und Zeit zu geben. Vielleicht kannst du deine Frage, die dir auf der Zunge liegt, auch später stellen. Oder die Freundin bitten, eine halbe Stunde später zu kommen. Vielleicht geht ihr doch erst später ins Freibad oder zur Oma - oder an einem anderen Tag. Vielleicht schenkt dir dieser (unerwartete) Flowmoment eine wunderbare Pause oder die Gelegenheit, dich in Ruhe mit einem Geschwisterkind zu beschäftigen. Der Termin ist wirklich (wirklich!) nicht verschiebbar? Dann lass dein Kind seine Bücher, Malsachen o.Ä. mitnehmen. Oder finde eine andere Art, das Thema weiterleben zu lassen. Frage dein Kind, womit es sich gerade beschäftigt hat. Was ihm an dem Thema gefällt, was es noch wissen möchte. Was für Erkenntnisse es hatte. Und schaffe nach dem Termin wieder Zeit und Raum, falls dein Kind an der vorherigen Tätigkeit wieder andocken und weitermachen möchte.
Traue deinem Kind etwas zu. Und lasse es selbst entscheiden, mit was es sich beschäftigt. Vielleicht greift dein 4-Jähriger in der Bücherei nach einem Buch übers Sonnensystem. Dann rede es ihm nicht aus ("Das ist noch ein bisschen zu schwer für dich, Schatz.") , sondern nimm es mit oder schaut es euch vor Ort an. Erkläre ihm kindgerecht, was er wissen möchte. Wenn doch nicht alles verstanden wird - egal! Der erste Grundstein wurde gelegt. Dein Kind fühlte sich ernst genommen. Und erste Wissenshäppchen wurde abgespeichert. Das Thema wurde als angenehm erlebt und Wissen kann später super an die bereits abgespeicherten Infos angeknüpft werden.
Glaube an dein Kind und sage ihm das. Unterstütze es bei Bedarf. Manchmal neigen Kinder zu Selbstzweifeln. "Das kann ich noch nicht.", "Das ist eh zu schwer für mich." Das könnte eine korrekte Einschätzung sein und es ist nichts verkehrt daran, wenn man seine Grenzen kennt und respektiert. Gleichzeitig tut es gut genau hinzuschauen: Ist dein Kind vielleicht aufgrund vergangener Erlebnisse verunsichert? Unterschätzt es seine Grenzen? Du könntest deinem Kind in so einem Fall anbieten, die Aufgabe nur mal zu testen. Oder es mit ihm gemeinsam zu versuchen. Kein Muss, kein Sollte. Nur ein: "Für mich ist es OK, wenn du das gerade nicht machen möchtest. Ich für meinen Teil glaube, dass es dir Spaß machen könnte. Wir könnten einfach mal schauen, bis wohin du kommst oder ob es dir gefällt. Probiere es ruhig aus. Wenn es nicht das Richtige ist, legen wir es einfach beiseite und du suchst dir etwas Anderes.". Oder "Du traust dich da alleine gerade noch nicht ran? Kein Problem. Sollen wir es gemeinsam versuchen?"
Habe Angebote in verschiedenen Schwierigkeitsstufen da. Flowerlebnisse entstehen bei optimaler Schwierigkeitsstufe. Was genau aber heute, jetzt genau das Passende für dein Kind ist, kannst du vermutlich schwer einschätzen. Vielleicht fällt es sogar deinem Kind schwer. Dann ist es prima, wenn es sich ausprobieren kann. Ein Beispiel: Wenn dein Kind in die 1. Klasse geht, steht im 2. Schulhalbjahr der Zahlenraum bis 20 im Fokus des Lehrplans. Es schadet aber nicht, neben Punkt-zu-Punkt-Bilder mit Zahlen bis 20 auch solche mit Zahlen bis 50 im Regal stehen zu haben. Oder ein anderes Beispiel: Wenn sich dein Kind gerade gerne mit dem Thema "Waldtiere" beschäftigt, habe auch hier Infomaterial in verschiedenen Schwierigkeitsstufen parat. Dabei kann das Medium variireen (viele verschiedene Ideen findest du bspw. hier) - ein Ausmalbild, Infohefte und ein Hörspiel bieten deinem Kind verschiedene Herausforderungen. Vielleicht hast du aber auch Glück und findest von einer Art unterschiedlich schwere Angebote. Das könnten bspw. diese Bücher sein: Soundbuch "Tiere im Wald", Bilderbuch "Ein Jahr im Wald" (ich liebe es!) und das Buch "Stell dir vor, du wärst ein Tier im Wald". Auch Ausmalbilder gibt es unterschiedlich detailliert. Mache dir dabei keine Sorgen, wenn dein Kind auch mal zu einem vermeintlich "zu leichten" Angebot greift. Alles normal. Mit leichteren Aufgaben hilft dein Kind sich selbst, Wissen zu festigen.
Gib Neuerungen Zeit.
Wenn du in Abstimmung mit deinem Kind etwas Neues einführen möchtest - bspw. einen neuen Platz fürs Erledigen der Hausaufgaben oder mehr Entscheidungsfreiheit bzgl. der Hausaufgabenzeiten, dann gib der Veränderung etwas Zeit. ... (weiterlesen)
Manchmal sind die ersten Schritte etwas holprig und Verbesserungen sind nicht sofort zu spüren. Neuerungen müssen sich erst einpendeln. Jeder Beteiligte braucht normalerweise etwas Umgewöhnungszeit. Und oft kristallisieren sich erst nach und nach die besten Lösungen für ein Problem heraus.
Verabrede mit deinem Kind bspw., dass ihr der Neuerung eine Woche "Probezeit" geben werdet. Anschließend setzt ihr euch zusammen und besprecht, was gut war und was nicht so lief wie erhofft. Dann entscheidet, ob dein Kind dabei bleiben will oder etwas Anderes testen möchte.
Nutze ggf. auch Ferienzeiten für Wiederholungen
Lernen auch in den Ferien? Hier scheiden sich die Geister. Meine Empfehlung dazu: Ferien sollen sich wie Ferien anfühlen. Daher sollten sie auch nur mit Mini-Lerneinheiten gespickt sein. Und diese auch nur dann, wenn es um Themen geht, in denen sich dein Kind etwas schwer tut. ... (weiterlesen)
Stell dir vor, du backst zum ersten Mal einen veganen Kuchen mit Zucker - und Eiersatz, mit Pflanzenmilch und anderen Zutaten, die du selten nutzt. Oder ein mehrgängiges, indisches Gericht mit Gewürzen, von denen du vorher noch nie etwas gehört hast. Jetzt stell dir vor, du sollst das Rezept nach 3 Monaten Pause wieder zubereiten. Ohne Vorlage. Schwierig, oder?
Anders sieht es da mit deinem leckeren Nudelauflauf oder Omas Marmorkuchen aus. Den hast du schon einige Male zubereitet, das Rezept hast du schon auswendig im Sinn. Ja, du hast sogar schonmal die ein oder andere Zutat bewusst variiert oder größere Mengen vorbereitet. 3 Monate Pause? Machen sich gar nicht bemerkbar. Genauso leicht fällt dir die Zubereitung dieser Kartoffelpuffer oder dieser Bananen-Pancakes. Auch nach 3 Monaten Pause - das Rezept konntest du dir einfach leicht merken.
Ähnlich kann es auch deinem Kind gehen. Es gibt Schulthemen, da tut es sich leicht. Da braucht es keine x-te Wiederholung oder Auffrischung. Das können Lerninhalte sein, die es schon vor einiger Zeit gelernt hat und die sich inzwischen gefestigt haben. Oder aber neue Infos, die es sich einfach sofort merken konnte. Da ist auch in den Ferien keine Lerneinheit nötig, um am Ball zu bleiben.
Hat sich dein Kind allerdings bei einem Thema schwer getan, kannst du Folgendes probieren. Rede mit deinem Kind über eben dieses Lernthema - das kleine 1x1 oder die neu gelernten Buchstaben. Sag ihm, dass du stolz beobachtet hast, wie es sich angestrengt hat, hier Neues zu lernen. Wie weit es durch seine Mühe, Ausdauer und Konzentration schon gekommen ist. Und dass es doch schade wäre, wenn alleine durch eine längere Pause einiges wieder in Vergessenheit geraten würde. Frage es, was es bereit wäre, in den Ferien dafür zu tun, damit es sein hart und erfolgreich erarbeitetes Wissen halten kann. Und dann einigt euch auf eine passende Lösung. Meines Erachtens sollten 10-15 Minuten am Tag ausreichen! Und vielleicht muss auch nicht jeder Tag ein Lernhäppchen beinhalten. Vielleicht reichen die Werktage. Oder jeder 2. Tag.
Tipp: Konzentriert euch pro Tag dabei auf 1 Thema. Und insgesamt auf max. 2.
Und: Gestalte diese Lernhäppchen so angenehm wie möglich für dein Kind! Spielerisch, vielleicht nebenbei. In den Rubriken "Mathe", "Deutsch" und "Sachkunde" findest du viele Anregungen!
Freies Lernen aus eigenem Antrieb darfst du natürlich jederzeit unterstützen. Nutze Eigenmotivation wo immer es geht! So erfährt dein Kind, dass Lernen Freude bereiten und interessant sein kann. Und falls das Thema zu einem späteren Zeitpunkt auch in der Schule angesprochen wird, kann dein Kind stolz sein Wissen präsentieren. Es wiederholt die Inhalte und festigt sie so. Und zusätzliche, neue Infos zu diesem Thema lassen sich nun leichter abspeichern, da der Grundstein schon gelegt wurde.
Nutze unauffällige Lerngelegenheiten
Lernen - das klingt für viele Kinder (nicht wie es gut wäre nach Spaß, sondern) nach lästiger Anstrengung, Fehlern, Korrektur. Eine geschickte Möglichkeit, deinem Kind kleine Lernhäppchen zu präsentieren ohne Augenrollen zu ernten, ist folgende:
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Halte im Alltag Ausschau nach kleineren oder Größeren Gelegenheiten, in denen dein Kind lernen kann. Ohne, dass es sich wie Lernen anfühlt!
Wenn es ums Lesen geht, kannst du deinem Kind bspw. liebevolle Botschaften schreiben. Lege sie aufs Kopfkissen, den Schreibtisch, den Abendessenteller oder (wenn´s deinem Kind recht ist) in die Brotbox oder das Mäppchen. Nimm dein Kind mit zum Einkaufen und lass dir den Einkaufzettel vorlesen. Überrasche es mit einem Lieblingscomicheft. Oder mit einer Schatzsuche.
Wenn du das Gefühl hast, deinem Kind könnte etwas Schreibpraxis gut tun, schlage vor, der Oma eine Postkarte zu schicken. Vielleicht macht die Oma ja mit und es folgt ein reger Postkartentausch? Lass dein Kind den Einkaufzettel schreiben, während du in der Küche die Vorräte prüfst und ihm zurufst, was benötigt wird. Schreibt Wunschzettel - für den Geburtstag, das Wochenende, das kommende Jahr, Weihnachten.
Und auch Mathe und Sachkunde können oft ganz nebenbei spielerisch geübt werden. Die Zahlen beim UNO- oder Quartett-Spielen, Gewichtseinheiten beim Backen oder Kochen, Infos zu Bienen beim Schauen eines kindgerechten Sachfilms. Oder, oder. Schau dich gerne hier bei "kinderleicht lernen" um und entdecke viele abwechslungsreiche Ideen, Mathe, Deutsch oder Sachkundethemen zu lernen.
Wichtig: Es geht hierbei vor allem darum, Spaß zu haben. Lernen und das Beschäftigen mit Sachthemen als etwas Interessantes zu erleben. Daher halte dich mit Korrekturen zurück.
Plane Puffer- oder Ausweichzeiten ein.
Unter Zeitdruck können viele Menschen schlecht Entscheidungen treffen. Und Kinder in der Regel schlechter lernen. Mehr Fehler schleichen sich ein. Die Lust auf die Aufgaben sinkt. Viele Kinder verfallen (übrigens evolutionsbedingt) unter Zeitdruck in eine Art "Trödelmodus" und werden nicht schneller, sondern langsamer.
... (weiterlesen)
Super-super-supernervig (!) für die Eltern, die schon den ganzen Tagesplan in Gefahr sehen. Das wiederum erzeugt - auch wenn man versucht, sich das nicht anmerken zu lassen - weiteren Druck. Und das Ganze Lernthema funktioniert noch schlechter.
Wenn also irgendwie möglich, plane fürs Lernen oder die Hausaufgaben Pufferzeit ein. Wenn nur noch eine halbe Stunde Zeit ist, bis ihr los zum Training müsst, quetsch nicht gedanklich alle Hausaufgaben rein (auch, wenn sie normalerweise in 30 Minuten erledigt sind). Rechne lieber damit, dass dein Kind nur die Hälfte schafft. Und verplant nicht auch die Zeit nach dem Training. Sondern habt hier einen Puffer. So kann dein Kind sich ganz entspannt an die Aufgaben setzen. Und auch du bist lockerer, wenn dein Kind mal stockt, noch dringend vom Sportunterricht erzählen möchte, eine Pause mehr braucht oder längerer Erklärungsbedarf besteht. Die Folge: Lernen wird als weniger stressig empfunden und dein Kind kann sich besser konzentrieren. Und: Die Beziehung zwischen dir und deinem Kind wird nicht durch ständiges Antreiben deinerseits belastet.
Und wenn es doch schneller geht und der Puffer nicht mehr benötigt wird? Nicht "Na toll, dann hätten wir ja doch planen können, xy zu machen!" Sondern: Wunderbar! Sieh die gewonnene Zeit als Geschenk. Nutze sie für ein Eisessen außer der Reihe, einen Überraschungsbesuch bei Opa, einen spontanen Ausflug in den Park oder eine Extra-Kuschel-Lese-Einheit. (Oder - falls dein Kind sich spontan mit seinen Freunden oder alleine beschäftigt - nutze die Zeit für eine wohlverdiente Pause!) So wird dein Kind merken, dass es sich lohnt, zügig zu arbeiten, da dann unerwartet freie Zeiten besonders schön genutzt werden.
Schaffe spontane Lernmöglichkeiten.
Lernen nach Zeitplan ist oft eine hilfreiche Sache. Manchmal bieten sich im Alltag aber auch ganz spontan kleine Gelegenheiten, Wissen aufzufrischen oder zu vertiefen. So ganz nebenbei. Weil dein Kind plötzlich Lust hat. ... (weiterlesen)
Bevor sich dein Kind im Wartezimmer des Zahnarztes langweilt, hat es vielleicht Lust, ein Buch zu lesen oder die tolle Lernapp "ANTON" zu testen.
Oder: Ihr geht ins Restaurant und die Zeit nach dem Essen wird deinem Kind irgendwie lang, weil die Erwachsenen so viel quatschen? Möglicherweise die passende Gelegenheit für ein Aufgabenheft, Punkt-zu-Punkt-Bilder oder das neue Sachbuch zum Thema Wetter.
Steht eine längere Auto- oder Zugfahrt an? Dann packe doch ein Kartenspiel, Kopfhörer für Hörspiele oder (Lern-)Lieder oder das Tablet für ein paar Lernvideos ein.
Schau dich gerne hier bei "kinderleicht lernen" um und entdecke viele abwechslungsreiche Ideen, Mathe, Deutsch oder Sachkundethemen zu lernen.
Ihr macht euch auf zum Familientreffen bei Großtante Leni? Nimm deinem Kind doch ein paar Bücher, Comics oder Brettspiele mit. So kann es sich im Zweifel alleine oder mit anderen Spielwilligen gut die Zeit vertreiben.
Bevor sich dein Kind langweilt, greift es sicher hin und wieder gerne zu solchen kleinen Lernangeboten. Wichtig dabei: Es sind reine Angebote. Kein Überreden, kein Zwang. Sonst entsteht bei vielen Kindern schon aus Prinzip Ablehnung.
Habe bei Ausflügen einfach immer eine kleine Angebots-Tasche im Auto und positioniere kleinere Lernhäppchen geschickt an den Plätzen, an denen Langeweile oder Wartezeiten auftreten können. Stifte und Rätselhefte neben dem Esstisch, Bücher beim WC oder direkt neben dem Sofa. Dir fällt sicherlich noch mehr ein.
Definiert lernfreie Zeiten.
Kennst du das? Du solltest/wolltest am Abend eigentlich bügeln, den Schuppen aufräumen, endlich mal den Kellerschrank ausmisten. Eigentlich. Aber eigentlich hast du keine Lust. Und du scrollst dich daher durch Facebook, schaust eine Serie oder suchst dir eine andere, eigentlich nicht so wichtige Aufgabe. ...(weiterlesen)
Dabei plagt dich im Hintergrund doch leise das schlechte Gewissen und wenn du ins Bett gehst, fühlst du dich irgendwie unzufrieden. Durch die tadelnde Stimme im Hinterkopf konntest du weder deine gewählte Beschäftigung genießen, noch warst du im Hinblick auf deine To-Dos produktiv.
Aber Freizeit ist so wichtig! Zeit, in der man in Ruhe Insta-Storys durchschaut, sich auf YouTube inspirieren lässt, Natur genießt, ein gutes Buch liest, eine heiße Wanne genießt oder an seinem Modellflugzeug schraubt. Zeit frei von To-Dos. In denen auch im Kopf kein Platz für "müsste/sollte" ist!
Dann ist man zu To-Do-Zeiten auch wieder voller Kraft und kann auch weniger interessante Aufgaben schwungvoller angehen.
Für dein Kind sind solche Zeiten auch wichtig! Zeit, in der keine Mama fragt: "Willst du nicht mal wieder was lesen?" oder in der Papa anbietet "Ich könnte dich doch nochmal abfragen?". Zeiten ohne Muss oder Sollte. Zeiten in denen dein Kind alle Lernthemen ganz ohne schlechtes Gewissen oder Kopfschütteln von Seiten der Eltern links liegen lassen kann.
Klar, du achtest auch jetzt schon darauf, dass dein Kind genügend Zeit zum Spielen hat. Aber diese Zeiten ergeben sich oft ohne Absprache aus dem Alltag. Und werden hin und wieder doch mal für "müsste/sollte"-Themen genutzt. Weil es aus deiner Sicht grade zeitlich günstig ist. Manchmal kann das zu Diskussionen führen: "Och nö, nicht jetzt, Papa." oder "Ach, warum denn, ich habe doch schon gestern gelernt. Ich möchte jetzt lieber Harry Potter hören.".
Wenn man allerdings feste lernfreie Zeiten definiert, kann das gut tun. Wenn dein Kind gerade kein Gerne-Lerner ist, freut es sich auf diese besprochene Zeit und wird diese richtig genießen. Und auftanken. Und dann zu definierten Lernzeiten eher bereit sein, seine Aufgaben in Angriff zu nehmen. So spart man sich ein paar Diskussionen und schafft Klarheit - auf beiden Seiten. Probier´s aus.
Lass dein Kind lieber 4x kurz als 1x lang lernen.
Studien zeigen, dass es sinnvoller ist, mehrmals eine kürzere Zeit zu lernen als seltener lang. Denn zum einen nimmt die Konzentrationsfähigkeit nach einer gewissen Zeitspanne ab. Bei jedem. Bei Kindern relativ schnell. ... (weiterlesen)
So tun Grundschulkindern in der Regel schon nach 15-20 Minuten kleine Pausen gut. Der Kopf braucht eine Erholungsphase. Der Körper Bewegung. Erst dann ist dein Kind wieder richtig einsatzbereit.
Und auch auf einen längeren Zeitraum bezogen ist es gut, immer wieder kleine Wiederholungen einzubauen. Sinnvoller, als nur ein Mal lange zu lernen. Also lieber 5x pro Woche 10 Minuten das 1x1 üben als 1x in der Woche 1h lang. Wissen muss sich setzen können. Und aufgefrischt werden. So wird es am besten langfristig im Gedächtnis gespeichert.
Die kürzeren Lernfenster haben aber auch andere Vorteile: Sie lassen sich häufig leichter in den Alltag integrieren. Und dein Kind wird vermutlich eher sein OK zu 5 Diktatsätzen geben als zu 40. Und in kleineren Zeitfenstern setzt man sich meist automatisch kleinere Zwischenschritt-Ziele. Die eher erreicht werden als große. So hat dein Kind häufiger Erfolgserlebnisse, die wiederum motivieren.
Überlegt also, wo dein Kind größere Lernpakete in angenehme, kindgerechte Häppchen aufteilen kann.
TricksT die Aufschieberitis aus.
Du kennst das. Wenn du auf eine Aufgabe keine Lust hast, schiebst du die Aufgabe eeeewig vor dir her. Dabei ist eigentlich nicht das Machen das große Problem, sondern das Anfangen. Deinem Kind geht´s da manchmal genauso. Aber es gibt einen Trick! ... (weiterlesen)
Frei nach dem Motto: "Der erste Schritt ist immer der schwierigste." Daher habe ich hier eine tolle Idee von @learnlearning.withcaroline für dich und dein Kind
(Tipp: Folgt ihr auf Instagram - geniale Lerntipps!!):
Teilt die unliebsame Aufgabe in ganz kleine Mini-Mini-Schrittchen auf. Schreibt diese Schrittchen auf kleine Zettel. Tipp: Schreibe du, das geht flotter.
Aus Mathe, Seite 15, Aufgabe 3 wird dann bspw.:
Heft rausholen und auf den Tisch legen.
Heftseite, auf der geschrieben werden soll, aufschlagen
Buch rausholen.
Buch auf Seite 15 aufschlagen und auf den Tisch legen.
Bleistift und Radiergummi neben das Heft legen.
"Seite 15, Aufgabe 3" ins Heft schreiben.
Erste Rechnung ins Heft schreiben.
Ergebnis ausrechnen und aufschreiben.
Zweite Rechnung ins Heft schreiben.
...
Du wirst sehen, wenn dein Kind den ersten Schritt erstmal gegangen ist, wird der Widerstand lang nicht mehr so groß sein. Und wenn der erste Schritt heißt "Hol das Heft raus", ist das einer, der sich leicht gehen lässt.
Wann immer dein Kind einen Schritt gegangen ist, darf es den entsprechenden Zettel vernichten - macht Konfetti draus, verbrennt ihn, werft ihn basketballmäßig in den Müll.
Übrigens lässt sich dieser Trick auf alles Mögliche anwenden: Die Steuererklärung, die Bügelwäsche, die Ofenreinigung, das Ausmisten des Kleiderschrankes, das Anlegen der neuen Website, das Ausräumen der Garage,... Ganz klein anfangen und dann immer weiter.
Swallow the big frog first.
"Swallow the big frog first." Das bedeutet soviel wie "Fange mit der schwersten, unliebsamsten Aufgabe an." Denn dann hast du sie hinter dir. Das kann dir einen Motivationsschub geben. Und alles danach fühlt sich viel leichter an. ... (weiterlesen)
Tatsächlich ist das für viele Kinder eine gute Methode, sich bspw. den Hausaufgaben zu nähern. Sonst kann bei einem Kind der Gedanke an die unliebsamste, noch vor ihm liegende Aufgabe den ganzen Prozess blockieren oder erschweren. Denn dann schwebt die lästige Pflicht die ganze Zeit wie ein Damoklesschwert über ihm.
Vielleicht mag sich dein Kind vorstellen, sich wie eine Superheldin oder ein Ritter auf den schwierigen Kampf vorzubereiten. Es stellt sich ganz mutig seinem heute größten Feind. Lass es bspw. dreimal tief durchatmen, denkt euch einen Schlachtruf aus, macht gedanklich aus Bleistift und Radiergummi wirksame Waffen. Spiele den Knappen und reiche deinem Kind Schwert und Schild, massiere ihm wie ein Trainer seinem Sportler aufmunternd die Schultern. Oder lass dein Kind einen Wettlauf gegen die Zeit machen (um Trödeln zu verhindern). Das allerdings nur dann, wenn unter dem Thema Schnelligkeit nicht allzu sehr die Korrektheit leidet. Aber da kannst du dein Kind sicher gut einschätzen. Oder nicht? Dann testet es einfach mal. Probieren geht über Studieren, wie man so schön sagt. Alles, was gute Laune macht und hilft, ist erlaubt.
Wenn die Aufgabe geschafft ist, feiert das kurz. Schlagt ein, tanzt, machte eine besondere Pause mit Kitzelrunde, Kuscheln, Versteckus oder einem Glas vom Lieblingssaft. So sammelt dein Kind neue Kraft. Und kann sich anschließend den weniger gruseligen Herausforderungen stellen.
Aber Achtung: Wenn dein Kind zu Selbstzweifeln neigt, kann es auch gut tun, zunächst mit etwas Leichtem anzufangen. Damit dein Kind spüren kann: "Ich kann etwas!". Die schwierigste Aufgabe würde ich in der Regel dennoch eher nicht ganz an den Schluss stellen. Aber auch da gilt: Vielleicht tickt dein Kind ja da anders. Probiert im Zweifel verschiedene Strategien aus. Und lasst zu, dass sich die Vorlieben von heute auf morgen auch ändern können. Besprich mit deinem Kind ruhig deine Gedanken, die Vorteile der unterschiedlichen Herangehensweisen. Und lass dein Kind entscheiden, was heute zu den Aufgaben und seiner Stimmung am besten passt.